FOTOAUSSTELLUNG - Tafel 4

Der Patriarch Peter Paul Mülhens mit seinem Enkel Dieter Jochen Helmut auf dem Schoß, seine Frau Maria Walburga hält die Hand ihres Enkels. Hinten links die noch unverheiratete Tochter Maria und hinter dem Patriarchen seine zweite Tochter Luise, Mutter des Einjährigen (ca. 1944). 


Peter Paul Mülhens ist zu diesem Zeitpunkt bereits schwer von Schicksalsschlägen gezeichnet. Sein erstgeborener Sohn Ferdinand (II) ist 1938 an Diphterie verstorben. Die Firmenanlagen in Köln und ganz Deutschland entkommen dem Bombenhagel des Krieges nicht.

Am 5.8.1945 stirbt Peter Paul Mülhens. Er weiß nicht, dass sein zweiter Sohn Hans bereits im März desselben Jahres an der Front gefallen ist.

Testamentarisch hinterlässt er sein gesamtes Vermögen zu gleichen Teilen seinen Kindern Maria, Luise, Hans und seinem Enkel Ferdinand (III.). Weiter lautete sein Wille:
„Sollte einer der Erben vor mir versterben, so treten dessen Abkömmlinge an seine Stelle und falls solche nicht vorhanden sind, meine anderen Kinder bzw. deren Nachkommen.“

Die Witwe Maria Walburga Mülhens und ihr Enkel Ferdinand (III) Mülhens, im Hintergrund ein Gemälde des verstorbenen Patriarchen Peter Paul Mülhens auf Schloss Röttgen


Das Foto ist in der Festschrift der Firma „4711“, die anlässlich des 160sten Firmenjubiläums 1952 veröffentlicht wird. Das Foto ist folgendermaßen untertitelt:

„Die heutige Regentin des Hauses, Frau Maria Walburga Mülhens, mit ihrem Enkel und Inhaber des Hauses, Ferd. Mülhens.“

Maria Walburga hat nach dem Tod ihres Mannes, unter dem Einfluss der Firmenprokuristen, den Willen ihres Mannes Peter Paul Mülhens missachtet. Ihre beiden Töchter Maria und Luise werden in der Firmenfolge faktisch „übergangen“. Auch Luises Sohn Dieter werden alle Rechte der Firmennachfolge genommen. Ab 1946 kämpft Luise rechtlich gegen ihre Mutter und später ihren Neffen Ferdinand um die Anerkennung ihrer Rechte und die ihres Sohnes Dieter in der Firma „4711“. Erst 1988 werden die Rechte von Dieter J.H. Streve- Mülhens anerkannt. Er tritt als Persönlich Haftender Gesellschafter neben seinem Vetter Ferdinand (III) der Firmenführung bei.

Maria Mülhens mit einem ihrer Fohlen. Aufnahme aus den 50er Jahren


Nach dem Tod ihres Vaters Peter Paul Mülhens übernimmt Maria die Leitung des Gestüts und des Rennstalls Röttgen. In einem Zeitungsartikel heißt es:

„Maria Mülhens ist die Gestütsherrin im Gestüt Burg Röttgen. Von ihrem Vater, ..., hat sie die Sachkenntnis, Passion und Liebe zum edlen Vollblut ererbt und weiß mit Energie und auch – wie sie sagt Gefühl – die Geschicke dieses bedeutenden rheinischen Gestütes mit seinem großen Rennstall zu lenken….“

Ihre Schwester Luise sagt über Maria in einem Brief an ihren Schwager Rudi, Ehemann Marias, aus dem Jahre 1963:

“Denn in Maria fließt ganz sichtbar das Blut ihres Vaters. Sie ist ihm auch in ihrer Wesensart am ähnlichsten,…“  

1957 heiratet Maria den peruanischen Honorarkonsul und Geschäftsmann Rudi Mehl (1902-1980) 


Gemeinsam leben sie ein mondänes Leben auf Schloss Röttgen und reisen zu den großen Pferderennbahnen Europas. Sie bleiben kinderlos. Rudi hat aus erster Ehe eine Tochter.

Claude Mülhens (1933-1999)


Anlässlich des Todes von Luise Streve im Jahr 1990 erscheint Claude Friedrich Mülhens auf dem Wintermühlenhof. Luise Streve hat ihm testamentarisch ein Vermächtnis hinterlassen. Er ist der erstgeborene Sohn von Ferdinand (II) Mülhens aus einer Verbindung mit der in den 30er Jahren in Köln lebenden Französin Antoinette Jeanne Lambert. Da sich die Familie gegen die Beziehung stellt, verlässt die schwangere Frau Deutschland und zieht zurück nach Frankreich. Claude Mülhens wächst in Frankreich auf und wird Architekt. Es scheint als sei er in die Fußstapfen der Leidenschaft seines Urgroßvaters Ferdinand (I.) für Architektur und Bauwesen getreten zu sein. Seine Tochter Sophie Maria Francoise- Mülhens (benannt nach ihrer Großtante Maria Mehl- Mülhens) ist Fotografin und lebt mit ihrer Familie in Frankreich. Auch Maria Mehl-Mülhens hatte ihr Leben lang ihren Großneffen finanziell unterstützt und ihm ein Vermächtnis hinterlassen. 

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Text von F. Streve-Mülhens Achenbach.

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