FOTOAUSSTELLUNG - Tafel 2

Ferdinand Mülhens „de Naas von Kölle“ (1844-1928), Ehrenbürger der Stadt Königswinter 1922


Sohn des Kölner Unternehmers Peter Joseph Mülhens und Emily Hannah Ries, benannt nach seinem Großvater mütterlicherseits Ferdinand Ries. Er entwickelt sich zum Kosmopolit, bereist die Welt früh und sticht als Unternehmer heraus, indem er dem Wunderwasser nach einem verlorenen Gerichtsprozess mit dem Hause Farina den Namen „4711“, der Hausnummer in der Glockengasse zu Köln gibt und somit den Grundstein zu einem  über Jahrhunderte dauernden weltweit bekannten Markenprodukt setzt. Während seiner Firmenleitung entwickelt er das noch „lokal“ ausgerichtete Handelsunternehmen in ein Weltunternehmen mit Fabriken in New York- USA, Riga- Russland, Wien, Paris, Zürich, Kopenhagen, Sundbyberg bei Stockholm, Genua, Antwerpen, Amsterdam und anderen Städten. In Köln Ehrenfeld baut er bereits 1874 eine Fabrik mit Dampfbetrieb.

Maria Ottilie Riedl (1849-1877)


Sie ist ein bildhübsches, Österreichisches „Blumenmädchen“. Ferdinand Mülhens verliebt sich in sie, doch da die Familie sich gegen seine Verbindung mit ihr stellt, heiratet er sie erst einige Tage vor ihrem Tod und nach drei gemeinsamen Kindern 1877. Nach ihrem Tod lässt Ferdinand Ottilie nicht im Familiengrab auf Melaten, Köln, begraben, sondern auf dem Alten Friedhof in Königswinter. Ferdinand ist 33 Jahre alt und wird nie wieder heiraten. Im Park des Wintermühlenhofs in Königswinter steht auch heute noch eine Statue die Ferdinand Mülhens auf einer Reise durch Italien kauft, da sie ihn an seine große Liebe erinnert. Sie hat zwei Weltkriege überstanden und erinnert auch heute noch an die „klassenübergreifende“ große Liebe. 

Hier das Bild der Büste im Unterpark

Die Kinder von Ottilie und Ferdinand Mülhens


Von links: Franz Eugen (1874-1883), Emilie (1876-1963) und Peter Paul (1875-1945), aufgenommen in einem Fotoatelier „Fritz Eilender“, Köln Kreuzgasse gegenüber dem Stadttheater (ca.1882).

Als Franz Eugen (links), Erstgeborener, 1883 stirbt, lässt sein Vater Ferdinand ihn im Kölner Familiengrab auf Melaten, neben seinen Eltern Peter Joseph und Emily Hannah, den Großeltern des Jungen, nicht bei seiner Mutter Ottilie auf dem Alten Friedhof in Königswinter, beisetzen.

Das Herrenhaus „Wintermühlenhof“, im Hintergrund Hotel Petersberg, nach 1914


In einem Artikel des „Echo des Siebengebirges“ aus dem Jahr 1924 heißt es über das Schaffen Ferdinand Mülhens im Siebengebirge: 
„Zunächst vergrößerte er die alten Mühlenhofgebäude durch umfangreiche Um- und Neubauten, dann aber hat er in zäher, ausdauernder Arbeit das schöne Besitztum (Gut Wintermühlenhof, Anm.) arrondiert und bedeutend vergrößert, sodass er dazu übergehen konnte, seit dem Jahre 1896 die südwestliche Hälfte des Petersberges mit dem Plateau und den Gebäuden zu erwerben. Die Steinbrüche auf der Wolkenburg wurden stillgelegt, das Gelände eingeebnet und mit neuen Wegen und Straßen versehen. Auf dem Petersberg ließ Ferdinand Mülhens bis 1914 das prachtvolle Hotel mit Wasserversorgung errichten, aber schon ein Jahrzehnt vorher hat er für neue bessere Verbindungen im Siebengebirge gesorgt, indem er in den Jahren 1905-1908 die prächtigen Fahrstraßen von Pottscheid und vom Dicken Stein, also von der Ittenbacher Landstraße (heute Ferdinand-Mülhens Straße, L331 Anm.) nach dem Elsiger Feld (heute bekannt als „Milchhäuschen“ Anm.) anlegen ließ. Im Jahre 1912 wurden die beiden Zahnradbahnen zum Petersberg (siehe „Hotel Petersberg) und zum Drachenfels (siehe Drachenfelsbahn) erworben, die jetzt als Aktiengesellschaft vereinigt sind. Wenn man schließlich noch erwähnt, dass Ferdinand Mülhens der Stadt Königswinter 1907-1908 die Turnhalle und 1911-1912 das Volkswohlhaus errichtete, so ist es wahrlich nicht zu viel behauptet, wenn man sagt, daß er heute an seinem achtzigsten Geburtstage mit Befriedigung und Stolz auf sein Lebenswerk zurückblicken kann.“

Ferdinand Mülhens (l.) und seine Enkelin Luise (im Kinderwagen)


Tochter von Peter Paul (Ferdinands Sohn) und Maria Walburga, geb. Stockhausen. Zwei Ehrenbürger; Ferdinand 1922 und Luise 1969, der Stadt Königswinter ca. 1915 im Unterpark des Wintermühlenhof in Königswinter. Während er seiner „Pflicht“ als Firmeninhaber in Köln nachkommt, lebt Ferdinand bis an sein Lebensende seine „Liebe“ auf dem Wintermühlenhof in Königswinter aus und prägt die Gegend durch die Schaffung einer touristischen Infrastruktur der Region. In der Festschrift zum 160sten Firmenjubiläum der Firma „4711“ aus dem Jahr 1952 heißt es hierzu:
„In der anmutigen Landschaft des Siebengebirges fühlt sich der Mann, der in jungen und reifen Jahren die Wunder der weiten Welt gesehen, am wohlsten, und dort ist er hochbetagt abberufen worden.“

1928 stirbt Ferdinand und wird an der Seite seiner geliebten Ottilie nahe seiner Wahlheimat, dem Wintermühlenhof, in Königswinter auf dem Alten Friedhof beigesetzt, fernab der Familie in Köln

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Text von F. Streve-Mülhens Achenbach.

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